Weinreb-Abende im Charivari

Vorträge und Puppenspiel zum Lebenswerk von Friedrich Weinreb

Das erstaunliche Werk von Friedrich Weinreb läd uns zum Begreifen von Sinn- und Urbildern ein. In einem Bild schon verbirgt sich eine Geschichte, in der wir unser eigenes Leben wiederentdecken können. So wie die Märchen und Mythen, enthalten auch die alten Überlieferungen der Bibel einen Schatz an Weisheit, der in Bildern lebt.

Vom Wunder des Wortes (2009)

Das Wort ist die Arche, die uns über das Wasser, d.h. durch die Zeit trägt. Im Wort lebt das ganze Leben, und der Mensch kann auch in den Zeiten der grossen Flut im Wort geborgen sein.

Der erste Abend beschäftigt sich mit den Bildern des Wassers und dem des Schiffes, dem Durch-die-Zeit-Gehen und dem In-der-Zeit-Untergehen. Die Einleitung zum Vortrag und der Nachtrag, gehören dem Puppenspiel. Ohne Spiel und Humor verlieren die schönsten Worte ihren Zauber.

Die Wasser der Sintflut (2009)

"Die Wasser der Sintflut" ist der zweite von zwölf Vorträgen, die der Puppenspieler Wilfried Plein dem Werk von Friedrich Weinreb gewidmet hat. Das Bild der Flut, der "mabul" ,wird dabei nicht nur in seinen äusseren Bedeutungen betrachtet, sondern vor allem als ein inneres Erleben gesehen und erfahren.

Daneben inspiriert der Gehalt der Bilder den Vortragenden zu einigen Puppenspielszenen.

Der Turmbau (2009)

Der Bau des Turmes, der den Himmel erobern soll, gehört zu den Bildern, die unsere Bildung ausmachen. Die Erzählung hat tausende Jahre überlebt und zählt immer noch.

Eine ungeheure Masse von Steinen und alle Menschen sind nötig, um den Turm zu bauen. Fällt ein Stein hinunter, so wird um ihn mehr gesorgt und getrauert, als um einen Menschen, der abstürzt. So ist DER TURM auch ein Sinnbild unseres Lebens.

Auf witzige Weise werden Kasper und Marie den spielerischen Teil des Abend bestreiten. Kaspers Turm mit seinen sieben Bausteinen bietet zu ungezählten Gedanken Anlass. Mit dabei sind: Der Teufel, ein Wissenschaftler, ein Bankmann, Kaspers Grossmutter und ein Polizist.

Der Blinde von Jericho (2009)

Es ist Friedrich Weinrebs Verdienst, das alte Wissen vom Ursprung und Sinn des Daseins, wie es im Glaubensgut der jüdischen Mystik lebt, dem modernen Menschen erfahrbar zu machen.

Am Beispiel der Geschichte des blinden Bettlers von Jericho gibt Wilfried Plein auf spielerische Weise eine Ahnung davon, was „Blindsein“, „Bettlersein“, „den Mantel abwerfen“, „aufstehen“ und „sehend werden“ für den einzelnen Menschen bedeuten könnte.

Die zehn Worte (2011)

Wilfried Plein spielt mit Puppen - vorneweg mit Kasper, dem ewigen und göttlichen Kind - aber Vortrag? Nein, was er tut, ist mehr ein Erzählen. Er erzählt, was er in gut zwanzig Jahren mit den Büchern und Vortragskasseten von Friedrich Weinreb erfahren hat. Im März 1986, gut zwei Jahre vor seinem Tod, hat er Friedrich Weinreb persönlich erlebt, und dann ist er ihm immer wieder durch seine Bücher und Kassetten begegnet.

Diesmal spielt und spricht Wilfried Plein über "Die Zehn Worte", die fälschlich mit "Die Zehn Gebote" übersetzt werden. Damit fängt es schon an. Sind wir von Geboten und Gesetzen besessen, so dass wir die Gegenseite, die Freiheit und den freien Willen, nicht aushalten? Wie auch immer, die Absicht des Abends ist es, die Güte und Klarheit dieser zehn Worte Gottes erlebbar werden zu lassen.

"Sie erzählen, was der Mensch ist und wie er seine Bestimmung erreicht." (Weinreb)

Saul und David (2011)

Die Könige Saul und David werden nicht als historische Persönlichkeiten gesehen, sondern als Teile unseres Seins. Sie gehn uns etwas an. Sie leben in uns. Saul ist der Unglückliche, der fragt und keine Antwort bekommt. (Saul bedeutet "Frage") Und David ist der Glückliche, der auch ohne Fragen Antworten erhält. (David bedeutet "Geliebter"). Dabei sollten wir nicht vergessen, dass beide zusammengehören wie der weisse und der schwarze König beim Schachspiel.

Neuer Wein in alte Schläuche (2012)

Das Gleichnis vom Wein und den Schläuchen ist keine Geschichte für Winzer. Vielmehr ist es ein Bild für den inneren Weg des Menschen, mit welchem Jesus den Pharisäern Antwort gibt.
Die alten Schläuche sind gut für den alten Wein. Doch die Welt geht weiter ... und für den neuen Wein braucht es neue Schläuche.
Der neue Wein gärt. Er ist unfertig und expansiv. Er prickelt. Der neue Mensch, im Bilde des Weines, braucht neue Einsichten, neue Verhaltensweisen und neue Glaubenssätze. Da würden die alten Schläuche bersten. Dem Pharisäer ist das Neue ein Dorn im Auge. Das Äußere ist ihm enorm wichtig. Vom inneren Weg will er nichts wissen. Nach ihm sind Gesetze und Regeln nicht für den Menschen da, sondern umgekehrt lebt der Mensch ausschließlich für die Erfüllung der Gesetze und Regeln und ist ihnen auf Gedeih und Verderb unterworfen. Auf diese Weise stellen die Pharisäer den Sinn des menschlichen Weges auf den Kopf. Und Jesus nennt sie zu Recht "Söhne des Teufels" (Joh. 8, 44)
Doch Vorsicht mit dem vorschnellen Urteil! Was ist mit dem Pharisäer, der in uns lebt und wirkt? Weisen wir ihn in seine Schranken?